Eine Suite im Traumschloss, ein Musikabend im Salon oder ein Besuch in der Schauwerkstatt für Oldtimer könnten in der absehbaren Zeit von fünf bis sechs Jahren im Bernauer Ortsteil Börnicke Wirklichkeit werden. Das und noch mehr, wie zum Beispiel ein Hofladen für Bioprodukte, eine Gaststätte und ein Gemeindezentrum sollen durch die Arbeitsgemeinschaft „Arbeit für Brandenburg“ im Schloss Börnicke entstehen.
Für Kreisdenkmalpfleger Roland Gabsch ist die Initiative des Fördervereins und der Arbeitsgemeinschaft die letzte Chance, das Schloss zu erhalten. „In den nächsten fünf Jahren muss etwas getan werden, sonst stehen wir vor dem Totalverlust“, sagte der Kreisdenkmalpfleger. Wie der Förderverein das Schloss nutzen will, sei zu begrüßen. „Das ist denkmalverträglich. Dazu gehört auch das Wohnen“, gibt der Hüter der Denkmale im Landkreis für die Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft grünes Licht. Mit dem Schloss werde ein wichtiges Zeugnis der Architekturgeschichte, aber auch der Familiengeschichte erhalten.
Mit dem Projekt wollen Uwe Hamann und der Förderverein nicht nur das Schloss vor dem Verfall retten, sondern auch Arbeit schaffen. Bis zu 100 Arbeitsplätze sollen entstehen. Arbeit für Jugendliche, Arbeit für erfahrene Fachkräfte, die aber ohne Job sind. „Den Älteren kann es Genugtuung über die Anerkennung ihrer Lebensleistung bringen“, sagte Uwe Hamann bei der Vorstellung des Projektes.
Um die Ziele des Vorhabens erreichen zu können, sind Unternehmer, Handwerksbetriebe, Architekten und Planer mit im Boot. Angetan zeigte sich Hamann davon, dass er im Vorfeld der öffentlichen Vorstellung schon viel Positives erlebt hat. Viele seien mit großer Kraft eingestiegen. „Eingerichtet wurde auch ein Büro, damit vor Ort ständig Ansprechpartner da sind“, erläuterte er.
Doch das alles reicht nicht. Die Arbeitsgemeinschaft braucht Hilfe, um ihre
Ziele, die Beschäftigung vieler Menschen, zu erreichen. Daher ist auch
das Arbeitsministerium dabei, um mit den Möglichkeiten des zweiten Arbeitsmarktes
das Projekt zu fördern. Ihr Engagement für das Schloss Börnicke
begründete Margret Schlüter, Staatssekretärin im Arbeitsministerium,
damit, dass Regine Hildebrand vor zehn Jahren ebenfalls solch eine Initiative
begonnen hat. „Wir schaffen Rahmenbedingungen und versuchen, soweit möglich,
Geld, insbesondere von der EU zu organisieren“, sagte sie. Dass die Investitionen
sich lohnen werden, leitete sie aus der Nähe der Millionen-Metropole Berlin
ab. „Hier in Börnicke kann ein Anziehungspunkt für Ausflügler
und Touristen geschaffen werden“.
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